Holzkunst über den Sommer einlagern – Karton, Papier, Platz

Die meisten Schäden an erzgebirgischer Holzkunst entstehen nicht im Advent, sondern zwischen Februar und November. Eine Figur, die acht oder neun Monate falsch liegt, kommt im Herbst mit Rissen, stumpfer Farbe oder verbogenem Draht wieder heraus. Der Aufwand, das zu verhindern, ist überschaubar – er fällt nur genau dann an, wenn man am wenigsten Lust darauf hat.

Wann weggeräumt wird

Einen festen Termin gibt es nicht; in vielen Haushalten bleibt die Holzkunst bis Lichtmess oder bis in den Februar stehen. Entscheidend ist weniger das Datum als der Zustand: Solange die Stücke noch aufgestellt sind, sammeln sie Staub, und Staub wird beim Einwickeln in die Farbe gerieben. Räumen Sie deshalb ein, bevor eine sichtbare Schicht daraufliegt, und nehmen Sie vorher jedes Stück mit einem weichen, trockenen Pinsel ab. Feucht wird nichts abgewischt – der Lack auf erzgebirgischer Holzkunst verträgt das nicht.

Ein zweiter Punkt spricht fürs Einräumen: Ab dem Frühjahr steht vieles in der Sonne, was im Dezember im Halbdunkeln stand. Direkte Sonne über Monate bleicht bemaltes Holz zuverlässig aus, und man sieht es erst im Vergleich mit einem Stück, das im Schrank war.

Verpacken

  • Seidenpapier, kein Zeitungspapier. Zeitung färbt ab, sobald es im Karton etwas feucht oder warm wird. Auch Kaufhauspapier mit Aufdruck ist ungeeignet. Unbedrucktes Packseidenpapier ist die einfache und richtige Lösung.
  • Jedes Stück einzeln. Zwei Engel in einem Bogen scheuern sich gegenseitig die Farbe von den Flügelkanten.
  • Nichts stapeln. Figuren stehen oder liegen nebeneinander, nicht übereinander. Das Gewicht von oben knickt Kränze, Leuchterarme und Sockelkanten.
  • Flügel, Flügelräder und Flügelspitzen extra einschlagen. Ein zusätzlicher Bogen um die empfindliche Partie ist besser als mehr Papier drumherum.
  • Fäden und Drähte sichern. Aufhängefäden lose um die Figur legen und mitverpacken, damit sie sich nicht um Nachbarstücke wickeln.

Papier oder weiches Füllmaterial kommt zwischen die Reihen, damit im Karton nichts wandert. Ein Karton, in dem es beim Anheben klappert, ist zu locker gepackt.

Wo die Kartons stehen dürfen

Holz reagiert auf Feuchtigkeit und auf Trockenheit, und beides in starkem Wechsel ist am schlimmsten. Ein Keller mit Restfeuchte lässt Leim weich werden, Kartons durchweichen und in ungünstigen Fällen Schimmel auf dem Papier wachsen. Ein Dachboden dreht das Problem um: Im Hochsommer wird es dort heiß und staubtrocken, Fugen öffnen sich, Risse laufen weiter, aufgeklebte Teile lösen sich. Auch die Garage und der unbeheizte Abstellraum an der Außenwand gehören in diese Kategorie.

Gut ist der Ort, an dem Sie selbst das Jahr über leben: ein Schrank im Wohnraum, ein Fach im Schlafzimmer, der Boden eines Kleiderschranks. Dort ist es das ganze Jahr über ungefähr gleich warm und gleich trocken, und genau darauf kommt es an. Stellen Sie die Kartons nicht direkt an eine Außenwand und nicht über einen Heizkörper.

Kartons, Beschriftung und eine Liste

Originalkartons sind die beste Verpackung, die es für ein Stück gibt – sie sind dafür gemacht, und bei manchen Sammlerstücken gehören sie dazu. Heben Sie sie samt Einlagen und Beipackzetteln auf. Nur wenn ein Originalkarton durchgeweicht oder eingedrückt ist, sollte man ihn ersetzen; ein weicher Karton schützt nichts mehr. Wo es keinen gibt, tut ein stabiler Karton mit Deckel denselben Dienst.

Beschriften Sie außen, groß und an zwei Seiten: was drin ist und wo es hingehört, etwa „Fensterbank Wohnzimmer“ oder „Baumbehang, klein“. Wer mehr als drei, vier Kartons hat, schreibt zusätzlich eine einfache Liste und legt sie in den obersten Karton oder heftet sie innen an die Schranktür. Das erspart im November das Suchen – und man merkt beim Wegräumen sofort, wenn etwas fehlt.

Im Herbst wieder auspacken

Beim Auspacken lohnt der Blick auf drei Stellen: Sockelkanten und Fugen auf neue Risse, Leimstellen an Flügeln, Armen und Anhängern, und ob sich ein Flügelrad noch frei dreht. Wenn Sie dabei etwas finden, kleben Sie bitte nicht selbst – unsachgemäß geklebte Stellen lassen sich später kaum noch sauber richten.

Fragen?

Bringen Sie das Stück in die Weingasse 6 in Freiberg oder rufen Sie uns unter 03731 212902 an. Wir sehen es uns an und schicken es bei Bedarf zur Manufaktur.

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