Erzgebirgische Volkskunst verschenken – was zu welchem Anlass passt
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Erzgebirgische Holzkunst wird bei uns häufiger verschenkt als selbst gekauft. Wer im Laden steht und einen Anlass im Kopf hat, fragt meistens dasselbe: Was passt dazu, und wie viel ist angemessen. Hier die Antworten, die wir am Tresen geben.
Geburt und Taufe
Zur Geburt und zur Taufe wird am häufigsten ein einzelner Engel verschenkt, und das aus gutem Grund: Er steht für sich, braucht kein Zubehör und lässt sich später ergänzen. Damit ist er der klassische Anfang einer Sammlung, die über Jahre mitwächst. Verbreitet ist auch, das Instrument nach der Familie auszusuchen – nach dem, was Eltern oder Großeltern spielen.
Wenn mehrere Gäste gemeinsam schenken, ist ein größeres einzelnes Stück sinnvoller als mehrere kleine aus verschiedenen Händen. Sonst stehen am Ende drei Engel da, die nicht zusammenpassen.
Hochzeit, runder Geburtstag, Einzug und Weihnachten
Zur Hochzeit passen Figurenpaare und Stücke, die für zwei gedacht sind. Wer etwas sucht, das nicht jedes Jahr im Karton verschwindet, nimmt eine Figur ohne Weihnachtsbezug – eine Blumenkindergruppe etwa steht das ganze Jahr.
Zum runden Geburtstag wird gern etwas geschenkt, das eine Verbindung zum Beruf oder zum Hobby hat. Das Angebot der erzgebirgischen Manufakturen ist hier breiter, als die meisten erwarten: Handwerker, Musiker, Figuren rund um Garten und Wald. Wer nichts Passendes findet, bleibt lieber bei einem schönen, schlichten Stück statt bei einem, das nur zufällig zum Thema passt.
Zum Einzug schenkt man am besten etwas, das keinen festen Platz verlangt. Ein Räuchermann oder eine kleine Figur findet in jeder Wohnung eine Ecke. Große Pyramiden und Schwibbögen sind heikel, weil sie Stellfläche und, je nach Ausführung, eine Steckdose in der Nähe brauchen. Das weiß man bei einer fremden Wohnung selten.
Zu Weihnachten kommt es darauf an, ob der Beschenkte schon etwas hat. Steht bereits eine Gruppe im Regal, ist die Ergänzung das bessere Geschenk als der Neuanfang in einer anderen Richtung. Steht noch nichts da, tut es ein einzelnes Stück, das unabhängig funktioniert: ein Räuchermann, ein Engel, ein Herrnhuter Stern für den Flur.
Ein gutes Stück statt drei kleiner
Das ist der Rat, den wir am häufigsten geben, und er gilt fast immer. Drei kleine Figuren aus unterschiedlichen Serien ergeben keine Sammlung, sondern Einzelteile, die nebeneinander stehen und sich gegenseitig kleiner machen. Ein Stück, das für sich Bestand hat, wird stattdessen der Anfang, an den in den nächsten Jahren angeknüpft wird – auch von anderen Schenkenden.
Wenn Sie den Geschmack nicht kennen, helfen ein paar Regeln:
- Schlicht vor auffällig. Eine ruhige Figur passt in mehr Wohnungen als eine mit viel Beiwerk.
- Ganzjährig vor saisonal. Wer nicht weiß, wie weihnachtlich es beim Beschenkten zugeht, bleibt bei etwas, das im Februar nicht fehl am Platz wirkt.
- Klein und gut vor groß und vage. Größe braucht Platz und eine Entscheidung, die dem Beschenkten gehört.
- Nach der Manufaktur fragen. Wer schon zwei Figuren einer Werkstatt hat, freut sich meist über die dritte aus derselben.
Zubehör als zweites Geschenk
Wolke, Engelberg, Sockel: Zubehör ist bei uns das unterschätzte Geschenk. Es gefällt niemandem ausgepackt auf den ersten Blick, wird aber öfter gebraucht als eine weitere Figur, weil die meisten Sammlungen irgendwann an der Aufstellung scheitern und nicht am Bestand. Wer im Vorjahr einen Engel geschenkt hat, liegt im Folgejahr mit einer Wolke oder einem Berg dazu richtig.
Zwei Dinge sollten Sie vorher wissen: wie viele Figuren zusammenstehen sollen und wie groß sie sind. Ein Berg für fünf Engel nützt wenig, wenn zwölf darauf sollen.
Fragen?
Nennen Sie uns den Anlass und, wenn möglich, was schon vorhanden ist – dann suchen wir mit. Telefon 03731 212902, oder Sie kommen in die Weingasse 6 in Freiberg.